Feuerwehr Rastatt

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Archive for the ‘Feuerwehr-Archiv’ Category

2002, Mirko Lipinski neuer Feuerwehrkommandant

Posted by ff-rastatt - 14. Oktober 2010

Am 01.April 2002 tritt Mirko Lipinski aus Lahr offiziell die Nachfolge von Gerhard Bitzer an und wird neuer Kommandant der Wehr.

Von jetzt an wird die Geschichte der Feuerwehr auf den Seiten der FF-Rastatt.de weiter geschrieben.

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1985, Gerhard Bitzer neuer Feuerwehrkommandant

Posted by ff-rastatt - 14. Oktober 2010

Am 01. Juli 1985 wird Gerhard Bitzer als neuer Feuerwehrkommandant vereidigt.

Gerhard Bitzer, gebürtiger Heidelbereger, hat nach Schulzeit und Lehre (Maschinenschlosser) seine Berufung bei der Feuerwehr gefunden. 1962 kam er zur Freiwilligen Feuerwehr Heidelberg, 1965 wechselte dann zur Berufsfeuerwehr seiner Heimatstadt.

Im Oktober 1972 legte Gerhard Bitzer an der Landesfeuerwehrschule Bruchsal die Brandmeisterprüfung ab; als Lehrer und Ausbilder mit Schwerpunkt Tauchwesen wechselte er 1974 an die Landesfeuerwehrschule, nachdem er eine Ausbildung als Lehrtaucher in Berlin absolviert hatte. Im Jahr 1985 erwarb er die Qualifikation für den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst an der Feuerwehrschule in Münster. Kurz danach kam Gerhard Bitzer als neuer Stadtbrandmeister nach Rastatt. Am 01. Juli 1985 um 7 Uhr begann sein erster Arbeitstag, an welchem gegen 10.40 Uhr gleich ein Großbrand unter seiner Einsatzleitung bewerkstelligt werden musste, am Nachmittag erfolgte die Dienstvereidigung.

In seiner 17-jährigen Amtszeit als Kommandant konnte er 13 neue Einsatzfahrzeuge und ein Mehrzweckboot in Dienst nehmen ( 1 KdoW, 4 MTW, 1 VRW, 1 RW 2, 1 GWT, 1 LF 8, 2 LF 8/6, 1 HGW, 1 DLK 23/12, 1 TLF 16/25, 1 MZB ) .
Stafettenwechsel bei der Rastatter Feuerwehr im April 2002

 

 

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Die Gebietsreform in Baden-Württemberg

Posted by ff-rastatt - 14. Oktober 2010

Die Gemeindereform von 1972 stellte die Feuerwehren, insbesondere auch die Rastatter Wehr, vor eine große Aufgabe. Die bisher selbständigen Gemeinden Niederbühl, Ottersdorf, Plittersdorf, Rauental und Wintersdorf wurden in die Stadt Rastatt eingemeindet. In allen Ortschaften bestanden bereits Feuerwehren, die aus der Tradition gewachsen waren, sich selbständig verwalteten und den Brandschutz in ihren Ortsteilen so gut wie möglich sicherstellten.

1972 trat als erste Wehr Ottersdorf in die Reihen der Feuerwehr Rastatt ein. Im gleichen Jahr schlossen sich noch Niederbühl und Rauental diesem Beispiel an. Die Wintersdorfer Wehr folgte am 31.3.1974 mit ihrem Eintritt in die Rastatter Wehr. Lediglich der Eintritt der Plittersdorfer Feuerwehrkameraden fand 1978 statt.

Diese Integration wurde von Kommandant Richard Riemer und seinem Stellvertreter Karl Wentz hervorragend durchgeführt.

 

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Neuer Kommandant Richard Riemer gewählt

Posted by ff-rastatt - 14. Oktober 2010

Am 4. März 1967 wurde Richard Riemer in der Generalversammlung zum neuen Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Rastatt gewählt, ein Mann, der kurz nach Kriegsende in die Wehr eintrat und viele Jahre als Gruppen- und Zugführer der Weckerlinie das Feuerwehrhandwerk von der Pike auf erlernt hatte.

Unter seiner Regie wurde im Jahr 1968 die erste Funkalarmierung im Landkreis Rastatt installiert. Die „stille Alarmierung“ löste die Weckerlinie ab, die sich in den Jahren nach 1945 in vielen Einsätzen bewährt hatte.

1970 war die Einwohnerzahl Rastatts auf 30.000 gestiegen. Das 125jährige Jubiläum einer der ältesten deutschen Feuerwehren wurde vom 3. bis 7. Juli 1971 auf dem Festplatz Friedrichsfeste gefeiert. Gleichzeitig tagte der Deutsche Feuerwehrverband in Rastatt.

In einem Festzug zogen 1500 Wehrmänner, Vereine und Ehrengäste von der Innenstadt zum Festplatz. Leistungswettkämpfe und die Wehrführer-Tagung standen ebenfalls auf dem Programm.

 

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1961 – 1967

Posted by ff-rastatt - 14. Oktober 2010

Ermöglicht durch die zukunftsweisende Planung des Kommandanten Julius Greiser und des Feuerwehrausschusses wurde die Wehr 1966 mit Funk ausgerüstet. Dies war der Anfang der Kommunikationstechnologie, die heute besonders in der Feuerwehrleitstelle zu sehen ist. Bis 1970 konnte jedes Fahrzeug mit einer stationären Anlage und einem Handsprechfunkgerät ausgestattet werden.

Die Rastatter Wehr leistete unter Kommandant und Kreisbrandmeister Julius Greiser im gesamten Landkreis Rastatt wichtige Aufbauarbeit: In unzähligen Übungsstunden wurden kleine Wehren von Rastatter Brandbekämpfern im Ein-mal-eins der Brandbekämpfung und der Rettung unterrichtet.

Entsprechend groß war in jener Zeit auch die Zahl der Überlandbrandhilfen der Wehr Rastatt, somit war der gesamte Brandschutz im Landkreis eng mit Rastatt verbunden.

Die damalige Unterkunft der Brandschützer befand sich im Erdgeschoss der Fruchthalle, in der sich heute die städtische Galerie und ein Cafe befindet. Durch die Beschaffung von weiteren Fahrzeugen und Gerätschaften wurde der Raum knapp. In den letzten Tagen der Amtszeit von Julius Greiser beschloss der Gemeinderat der Stadt Rastatt daher den Neubau des heutigen Gerätehauses. Es wurde am 11. Oktober 1969 eingeweiht.

20 Jahre waren vergangen, seit Julius Greiser das Amt des Kommandanten übernommen hatte. Seit 1924 war er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und seit 1951 Kreisbrandmeister des Landkreises Rastatt. Er hatte die Feuerwehr Rastatt aus den Trümmern des Krieges wieder aufgebaut, den Brandschutz im gesamten Kreis neu organisiert und auf feste Beine gestellt. Die Feuerwehr Rastatt ernannte ihn zum Ehrenkommandanten, die Stadt Rastatt zeichnete ihn mit der Prinz-Eugen-Gedächtnismedaille aus. Als besondere Anerkennung wurde ihm das Bundesverdienstkreuz durch Oberbürgermeister Dr. Richard Kunze verliehen.

 

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Gründung der Jugendfeuerwehr 1961

Posted by ff-rastatt - 14. Oktober 2010

Besonders wichtig für den Fortbestand der Wehr war die Gründung der Jugendfeuerwehr im Jahr 1961. Neben den Feuerwehraufgaben wurden der Sinn für Gemeinschaft mit gleichaltrigen Jugendlichen geweckt und Spiel und Sport betrieben.

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1945 – 1956

Posted by ff-rastatt - 14. Oktober 2010

In mühevoller Kleinarbeit wurde 1945/46 versucht, einen funktionierenden Brandschutz aufzubauen. Unter kritischer Aufsicht der französischen Besatzungs-Truppen, die alle Tätigkeiten der Feuerwehr genehmigen mussten und oft in der Arbeit der Feuerwehr „militärischen Geist“ vermuteten, gelang es wieder, eine Feuerwehr aufzubauen.

In Eigenarbeit wurde ein Gasschutzwagen der ehemaligen Wehrmacht in ein Löschfahrzeug (LF8) umgerüstet und das beschädigte LF15 (Baujahr 1936) wieder hergerichtet. Zwei Tragkraftspritzenanhänger, ein Rohrwagen und eine 18m Anhängeleiter wurden beschafft bzw. durch die Wehrmänner repariert und einsatztauglich hergerichtet.

In der Generalversammlung 1947 wurde Julius Greiser zum Feuerwehrkommandanten der Stadt Rastatt gewählt. Julius Greiser organisierte fortan den Wiederaufbau der Wehr.

Dank der Unterstützung des damaligen Oberbürgermeisters Jäger und des Stadtbaumeisters Bucerius wurde es möglich, die Wehr technisch und personell auf einen beachtlichen Stand zu bringen.

1951 wurde Julius Greiser, aufgrund seines Wissens und seiner Verdienste, zum Kreisbrandmeister des Landkreises Rastatt gewählt. Dies war die Krönung seiner Feuerwehrtätigkeit, die Julius Greiser immer noch ehrenamtlich ausübte.

Das 100jährige Jubiläum, das eigentlich 1946 gefeiert werden sollte, wurde erst 1948 im kleinen Rahmen und im Schatten der Währungsreform gefeiert. Eine richtige Jubelstimmung konnte damals aufgrund existentieller Nöte der Menschen kaum aufkommen.

Von großer Bedeutung ist in dieser Zeit die Vorreiterrolle der Freiwilligen Feuerwehr Rastatt auf dem Gebiet des Atemschutzes. Unter Kommandant Greiser und Zugführer Richard Riemer wurden bereits 1946 die ersten vier Kreislauf-Atemschutzgeräte beschafft und eingesetzt. Dies führte zu neuen Erfolgen bei der Brandbekämpfung.

Das 110jährige Jubiläum wurde im Sommer 1956 gefeiert. Mit dem „deutschen Wirtschaftswunder“ konnte die technische Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehr Rastatt weiter ergänzt und verbessert werden. Die Ausrüstung der Wehr mit Pressluftatemschutzgeräten konnte 1961 in die Wege geleitet werden.

 

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Die Feuerwehr im „Dritten Reich“

Posted by ff-rastatt - 14. Oktober 2010

Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten verlief für die Freiwillige Feuerwehr nicht ohne Probleme, denn politische Einstellung und die Zugehörigkeit zu jeglicher Religion wurde in der Feuerwehr Rastatt stets toleriert und der Freiheit des Einzelnen überlassen.

Viele jüdische Mitbürger waren Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr Rastatt. Am 22.10.1935 mussten unter erheblichem Druck der nationalsozialistischen Machthaber die letzten jüdischen Wehrmänner den Austritt aus der Feuerwehr Rastatt erklären. Die freiwillige Feuerwehr Rastatt wurde am 9. Februar 1940 von der Verwaltung aufgelöst und das Vermögen beschlagnahmt. Zwangsweise wurden die Wehrmänner und Gerätschaften zu den „Feuerschutzhilfspolizeitruppen“ überführt.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 wurde der Freiwilligen Feuerwehr Rastatt die größte Bewährungsprobe in ihrer Geschichte abverlangt. Der größte Teil der Wehrmänner wurde zur Wehrmacht eingezogen und durch Frauen und Dienstverpflichtete ersetzt. Im Frühjahr 1945 lag Rastatt unter stetigem Granatbeschuss. Am 7. Januar fand ein Luft- angriff der Alliierten auf Rastatt statt. Die Feuerwehr war tagelang im Einsatz, um die völlige Zerstörung der Stadt zu verhindern.

Mit Ende des Weltkrieges stand auch die Feuerwehr vor einem großen Scherbenhaufen. Schlauchmaterial und Gerätschaften waren kaum noch vorhanden, die Leitungen der Weckerlinie waren zerstört und das 1945 beschaffte Löschfahrzeug LF25 wurde beschlagnahmt und im Rahmen der Reparationszahlungen nach Frankreich überführt. Kommandant Fritz Heim und sein Stellvertreter Emil Stober mussten zurücktreten und die Mannschaft wurde, gemäß den Vorgaben der Siegermächte, auf zwei Löschgruppen reduziert.

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Die Feuerwehr Rastatt und die badische Revolution

Posted by ff-rastatt - 14. Oktober 2010

Der friedliche Aufbau der freiwilligen Feuerwehr wurde erstmals durch die Ereignisse der Badischen Revolution unterbrochen. Bereits zu Beginn des Jahres 1848 wurde von der Mehrzahl der Wehrmänner ein demokratisches Bekenntnis manifestiert. Es kam zu erheblichen Differenzen mit den Hauptleuten und der Obrigkeit, die absolute Loyalität erwartete. Als Vertreter des neuen demokratischen Geistes tat sich innerhalb der Wehr Franz Commlossy hervor, der während der Revolutionszeit als Unterführer in der Wehr tätig war. Die Differenzen innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr führten schließlich zur Auflösung am 31. Januar 1849. Am 7. März 1849 wurde die Wehr neugegründet und stand den revolutionären und demokratischen Gedanken sehr nahe.

Das Großherzogliche Oberamt, das die Entwicklung innerhalb der Wehr mit großer Besorgnis sah, versuchte durch Diffamierung und Abqualifizierung der Führungskräfte die demokratische, revolutionäre Entwicklung innerhalb der Feuerwehr aufzuhalten.

Die Freiwillige Feuerwehr Rastatt wurde als 6. Fähnlein in die Bürgerwehr integriert und nahm aktiv am revolutionären Geschehen in Rastatt teil. Besonders während der Belagerung der Rastatter Festung durch die Preußen leistete die Wehr erbitterten Widerstand.

Die durch Granaten verursachten Brände wurden von den Wehrmännern schnellstmöglich, noch in der Entstehungsphase, gelöscht. So verhinderte die Wehr die Entstehung großer Brände, die sicher von den Preußen gewünscht wurden.

Bei dem Beschuss am 7. Juli 1849 kam der Feuerwehrmann und Schlossermeister Josef Landherr bei einem Feuerwehreinsatz durch einen Granatsplitter ums Leben. Josef Landherr ist somit der erste freiwillige Feuerwehrmann, der bei Ausübung seiner freiwilligen Tätigkeit ums Leben kam. Bei der Übergabe der Festung am 23. Juli 1849 gab die Bürgerwehr, inklusive der 6. Kompanie (Feuerwehr) ihre Waffen ab.

Großherzog Friedrich Wilhelm von Preußen erkundigte sich nach der Niederschlagung der Badischen Revolution nach der Organisationsform der Freiwilligen Feuerwehr. Diese nutzte er später mit als Grundlage für Feuerlöschordnungen im ganzen Deutschen Reich.

Da sich der größte Teil der Rastatter Wehrmänner auf der Flucht oder in den Kasematten in Rastatt in Haft befand, wurde die Wehr auf Weisung des großherzoglichen Oberamtes am 17. August 1849 aufgelöst. Die demokratische Entwicklung in der Stadt und innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr fand ein jähes Ende.

Am 4. Februar 1850 beschloss der Gemeinderat die Wiederherstellung des Feuerwehr-Corps, das in der zum 10. Februar 1850 einberufenen Versammlung erneut ins Leben gerufen wurde. Der Aufbau der Wehr schritt erfolgreich voran. Der Mannschaftsbestand erhöhte sich laufend und die Ausrüstung mit Lösch- und Rettungsgeräten wurde ständig komplettiert.

Am 20. Mai 1872 feierte das Feuerwehr-Corps das Fest seines 25-jährigen Bestehens unter großer Beteiligung der Bevölkerung.

Die Alarmierung bei Feuersgefahr erfolgte ursprünglich durch Hornsignal, auf Antrag der Wehr bei Großbränden zusätzlich durch Läuten der Rathausglocke und Anschlagen des Klöppels an die große Glocke der katholischen Stadtkirche. Während des ersten Weltkrieges wurde zuerst auf dem Schloss und später dann auf dem Kirchturm der katholischen Stadtkirche zur Durchgabe von Fliegeralarm eine Sirene aufgestellt. Nach 1918 fand diese für Feueralarm Verwendung.

Diese genügte aber bei der wachsenden Ausdehnung der Stadt bald nicht mehr den an sie gestellten Anforderungen. Die schon 1924 geforderte, dringend notwendige Einrichtung einer „Weckerlinie“ scheiterte aber immer wieder am Geld. Erst 1934 gelang es dank der unermüdlichen Tatkraft des Adjutanten Otto Ertel, durch eine Sammlung freiwilliger Spenden die finanziellen Vorraussetzungen zu schaffen, so dass am 23. September 1934 die bis Anfang 1968 bestehende Rastatter Weckerlinie in Betrieb genommen werden konnte.

Mit der fortschreitenden Mechanisierung war auch eine Umstellung in der Gliederung und im Einsatz der Wehr notwendig. Um das Jahr 1912 war die Wehr wie folgt gegliedert:

Kommando
Rettungsmannschaft
Hydrantenmannschaft
Maschinen- und Drehturmleitermannschaft
Spritze 1
Spritze 2
Spritze 3
Diese Gliederung blieb in ihren Grundzügen bis Ende der dreißiger Jahre bestehen. 1934 aber schon wurde begonnen, die neu eintretenden jungen Mannschaften zum Einheitsfeuerwehrmann auszubilden, was dann auch mit der Vollmotorisierung während des Zweiten Weltkriegs für die gesamte Wehr notwendig wurde.

Der Erste Weltkrieg 1914-18 machte aufgrund der Einberufung eines Großteils der Wehrleute eine Neugliederung erforderlich. Die vom Kriegsdienst befreiten und über 45 Jahre alten Männer wurden zum Dienst in der Feuerwehr aufgerufen.

Mit dem Anwachsen der Wehr und ihres Gerätebestandes waren die bisherigen Geräteräume bei der Badener Brücke und im Rathaus zu klein geworden.


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Die Geschichte einer der ältesten Feuerwehren Deutschlands

Posted by ff-rastatt - 14. Oktober 2010

Die Geschichte einer der ältesten Feuerwehren Deutschlands:
Die Feuerwehr Rastatt

Wenn auch eine urkundliche Bestätigung nicht vorliegt, so ist doch mit Bestimmtheit anzunehmen, dass das Dorf Rastetten, seit 1404 Marktflecken, schon in frühester Zeit eine Löschordnung besaß. Vermutlich gab die verheerende Feuersbrunst im Jahr 1424 den Anstoß zu einer am 06. März 1435 von Markgraf Jakob I. genehmigten Feuerlöschordnung, die für die damalige Zeit als Muster einer Löschvorschrift anzusehen war:

„So Feur in eins Burgers Hofreidt uß gieng vundt das durch nach purn beschruwen württ oder sturm angeschlagen württ, soll der bei dem das Feur ußgeht 1 Pfund Pf, zu stroff verfallen seyn. Beschreyet aber ein Burger zuvor seyn eigen Feur, soll er der stroff des Pfund ledig seyn. Ittem welcher gerüst ist mitt Wagen Karch vund Pferden vund nitt erscheynt soll zu peen 1 Pfund Pf. Verfallen seyn, vund sollen die zween Herbergen für andere gerüst seyn wasser zu füren.
Ittem es soll auch eyn yeder Burger so man sturm leuthet, sein Bad bütten, Buch züber pp was zum Wasser empfahen dienet uff die Gaß stellen by stroff von 1 Pfund Pf.

Ittem welcher ohngehorsam aus pliebe in seynem Haus es werde dann sollichs leybs nodt, der soll am Leyb gestrofft vund nach Gelegenheit seyns Haltens für keyn Burger mehr geduldet werden.

Es soll auch ein yeder Burger Sommer vund Winters zeytten, in der Hitz vun keltinn vund sonderlich bey nacht, Feur wasser seynem Hauß haben, vund so offt er one erfunden württ, soll er zu stroff geben 5Sch.Pf; sollichs alles ein yeder Burger seinem weyb vund Hausgesindt verkünden.“

Leider ist uns über die praktische Wirkung dieser Löschordnung auf unsere Stadt nichts überliefert, da unsere Heimat im orleanischen Krieg 1689 durch Duras Scharen, als sie von Heidelberg bis Offenburg zogen, ein Raub der Flammen wurden. Als dann Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden, volkstümlich „Türkenlouis“ genannt, um 1700 seine neue Residenz nach Rastatt verlegte, leitete ihn bei der Planung wohl hauptsächlich der Gedanke, künftig größere Brandunglücke zu vermeiden. So ließ er die Häuser nach bestimmten Modellen ausführen; Brandmauern wurden errichtet, breite Straßen und große Plätze angelegt.

Eindeutig Zeugnis vom Weitblick des Fürsten und seines italienischen Baumeisters Rossi aber gibt die Anlage der Stadt auf beiden Murgufer. Eine besondere Löschmannschaft unter Führung von zwei Feuermeistern wurde aufgestellt. Das Feuerhaus selbst war im markgräflichen Marstall untergebracht. In diese Zeit fällt auch die Beschaffung einer neuen Feuerspritze, die für 203 Gulden und 45 Kreuzer vom Kupferschmied Noa Ruckhardt zu Biberach geliefert wurde. Durch eine Umlage auf die Hausbesitzer, ähnlich der vielerorts erhobenen Feuerschutzabgabe, wurde diese Beschaffungskosten durch die Stadt wieder eingezogen.

Der 1771 verstorbene Markgraf August Georg von Baden-Baden erließ 1767 für die Residenz Rastatt und deren Vororte eine Feuerlöschordnung, die 107 Paragraphen enthielt und bis Ende des 18. Jahrhunderts in Kraft blieb. Nach dem Aussterben der hiesigen Fürstenfamilie fiel die Markgrafschaft an Baden-Durlach und das Feuerlöschwesen wurde von Karlsruhe aus im Verwaltungswege geregelt. Ab 1837 gab es in Rastatt eine Löschmannschaft, die 20 Mann stark war und zwei Kommandanten besaß. Aber all diese Einrichtungen hatten sich mit der Zeit überlebt und etwas Neues und Dauerhaftes musste an ihre Stelle treten.

Sitzungsprotokoll des Gemeinderates vom 6. November 1846

„Die Gemeinde kauft von Maschinenfabrikant Metz in Heidelberg eine Feuerspritze samt den dazu gehörigen verschiedenen Rettungsapparaten, welche sämtlich bei der Gewerbe-Ausstellung zu Karlsruhe mit einem Preis bedacht wurden.
Man beabsichtigt nun solche einem Verein von kräftigen jungen Männern in der Art der Besorgung zu übergeben, dass derselbe seine Vorsteher selbst wähle. Da nun der Gemeinderat die Wahl der betr. Mannschaft vorgenommen hat, so werde unten folgende Personen geladen, bis Sonntag, den 8. d. Mo., vormittags halb 11 Uhr, sich auf dem Rathause einfinden zu wollen, um sich zu erklären und das Nähere besprechen zu können, damit sodann ein Tag bestimmt werden kann, an welchem Herr Metz von Heidelberg hierher kommen wird, um die Mitglieder des Vereins in dem Erforderlichen unterrichten zu können.

Die geschehene Einladung wolle anher
Beurkundet werden. Gez. Müller, Bürgermeister

38 Bürger der Stadt Rastatt leisteten diesem Aufruf des Bürgermeisters Folge und verpflichteten sich, dem Pompier-Corps beizutreten. Dies war die Geburtsstunde der Freiwilligen Feuerwehr Rastatt. Die erste Instruktion an den neu beschafften Feuerlösch- und Rettungsgeräten erteilte der jungen Wehr der Fabrikant Metz aus Heidelberg am 16. November 1846. Die Uniformen, bestehend aus Drillichanzug, Gurt, Seil, Beil und Messinghaken, wurden durch die Stadt beschafft.

Die Wehrmannschaft, die kurz darauf 80, im gleichen Jahr sogar 100 Mann zählte, vereinigte sich zu einer Korporation, die am 8. Dezember 1848 ihren Vorstand und Spritzenmeister wählte. Es wurde sodann Statuten entworfen, die am 11. Mai 1847 amtlich genehmigt wurden, und der Name des Pompier-Corps in „Freiwillige Feuerwehr Rastatt“ geändert.

Von Anfang an war den Gründern der Wehr klar, dass es nur durch eine zwar freiwillige, aber straffe Organisation sowie strenge Disziplin im Feuerwehr-Corps möglich ist, in Zeiten der Gefahr Großes zu leisten. Tadelloser Leumund und gute körperliche Beschaffenheit waren daher Vorraussetzung für die Aufnahme in das Corps. Alle Stände und Berufe waren in ihren Reihen vertreten. Ohne Rücksicht auf Herkunft, Stand oder Religion verband sie ihr Wahlspruch: „Einer für alle, alle für einen!“

An dieser Stelle sollte noch der Mann erwähnt werden, der als erster Deutscher die Notwendigkeit erkannt hatte, ein geschultes Feuerwehrcorps zu schaffen: Der Stadtbaumeister von Durlach, Christian Hengst, gründete am 26. Juli 1846 die erste Freiwillige Feuerwehr, das „Pompiercorps Durlach“.

Ihre Feuertaufe im wahrsten Sinne des Wortes bestand die Rastatter Feuerwehr beim Karlsruher Theaterbrand im Februar 1847. Was eine zwar noch junge, aber bereits geschulte Wehr im Ernstfall zu leisten vermag, bewiesen hierbei die Feuerwehr-Corps von Rastatt und Durlach. Zahlreiche Neugründungen von Pompier-Corps landauf und landab waren die Folge.


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