420 Feuereinsätze 2008 erfolgreich bewältigt und 55 Menschen aus einer lebensbedrohenden Zwangslage gerettet
Neben Ehrungen für langjährige aktive Tätigkeit in der Feuerwehr standen Berichte des Komman-danten, des Leiters der Jugendfeuerwehr, der Altersabteilung und des Kassenführers, die förm-liche Verpflichtung neu eingetretener Mitglieder, Nachwahlen in den Feuerwehrausschuss sowie Grußworte der Gäste auf der Tagesordnung der Hauptversammlung der Rastatter Wehr am Freitag in der Festhalle Ottersdorf.
Feuerwehrkommandant Mirko Lipinski dankte den Schachdlbachkracha für die musikalische Eröffnung der Veranstaltung.
Weiter führte er aus: 420 Einsätze dokumentieren erneut, dass die Feuerwehrangehörigen über das gesamte Jahr hinweg besonders gefordert waren. Die Einsatzzahlen –auch die der vergangenen Jahre- zeigen, dass es im ver-gangenen Jahr richtig war, sich für eine ständig besetzte Feuerwache einzusetzen. Gesamtkommandant Mirko Lipinski dankte bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Rastatt in der Festhalle in Rastatt-Ottersdorf dem Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch sowie dem Gemeinderat für Entscheidung die permanente Besetzung der Feuerwache Rastatt auch weiterhin zu gewährleisten. Bei der Gelegenheit stellte er die beiden neuen Hauptamtlichen Andreas Dörrer und Werner Hütter der Versammlung vor. Andreas Dörrer wurde vom Feuerwehrausschuss zum neuen Schriftführer der Gesamtwehr gewählt.
Einen beeindruckenden Einblick in die vielseitige Arbeit der haupt- und ehrenamtlich tätigen Angehörigen der Rastatter Feuerwehr vermittelt der umfangreiche Jahresbericht, der in ehrenamtlicher Arbeit zusammengestellt und in dieser Form erstmals herausgegeben wurde.
Die 420 Einsätze gliedern sich in 67 Brände, 215 Hilfeleistungen, 7 böswillige Alarme, 47 Fehlalarme durch Brandmelder, 12 Überlandhilfen und 72 Sicherheitswachen. Bei Bränden konnten 4 Menschen und bei Hilfeleistungen 50 Menschen aus ihrer lebensbedrohenden Lage gerettet werden. Fünf Menschen konnten 2008 bei Hilfeleistungen nur noch tot geborgen werden.
Besondere Einsätze waren ein Werkstattbrand in der Karlsruher Straße, ein Zimmerbrand im Senioren-heim, eine brennende Azetylenflasche, mehrere Zimmerbrände mit Personenrettung, die Rettung eingeklemmter Personen nach Verkehrsunfällen, die Rettung erkrankter Personen über die Drehleiter aus Obergeschossen, ein Salzsäureunfall in der Lochfeldstraße, eine Suchaktion im Baggersee Wintersdorf und Gefahrgutunfälle in der Kapellenstraße und im Ölhafen Greffern. Alle Einsätze können im Internet http://www.feuerwehr-rastatt.de nachgelesen werden.
Erfreut zeigte sich Lipinski über die rege Inanspruchnahme der 2007 ins Netz gestellte Internetseite http://www.feuerwehr-rastatt.de. Von den Nutzern wird besonders die Aktualität der Seiten gelobt. Nicht zuletzt deswegen gehören die Rastatter Tages- und Wochenzeitungen zu den eifrigsten Lesern der Internetseiten. Sie greifen regelmäßig auf die Texte und Bilder zurück.
Sorge bereitet ihm, dass fast die Hälfte der Einsätze während der Arbeitszeit stattfinden und es für die ehrenamtlich tätigen Angehörigen immer schwieriger wird, von ihren Arbeitgebern für die Einsätze freigestellt zu werden. Er bat Professor Kaufmann um Unterstützung bei den bevorstehenden Beratungen des Feuerwehrgesetzes im Landtag. Bei der anstehenden Änderung des Feuerwehrgesetzes müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen verbessert und die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes stärker in die Pflicht genommen werden.
Stadtjugendwart Markus Kiefer berichtete, dass die Jugendfeuerwehren neben den wöchentlichen Proben an weiteren Veranstaltungen teilgenommen, sowie Veranstaltungen selbst organisiert haben. Als Beispiele führte er die Klausurtagung der Jugendfeuerwehr Rastatt, die Delegiertenversammlung der Kreisjugendfeuerwehr in Forbach, Aktion sauberes Rastatt, Maibaum stellen, Orientierungslauf der Kreisjugend in Lichtenau, Ferienaktion der Stadtjugendpflege, Ausflug der Jugendabteilung Niederbühl ins Phantasialand nach Brühl, 24-Stunden-Berufsfeuerwehrtag der Abteilungen Ottersdorf und Plittersdorf, Steigmeisteraktionen anlässlich von Schulfesten. Er gratulierte den Jugendlichen der Abteilung Plittersdorf, die im vergangenen Jahr die Jugendflamme der Stufe eins erworben haben.
Besonders dankte er Mirko Lipinksi, der als äußeres Zeichen des Dankes die Jugendleiter zu einem gemütlichen Abend in eine Rastatter Gaststätte eingeladen hatte. 2009 wollen sich die Jugendabteilungen am jährlich stattfindenden Orientierungslauf der Kreisjugendfeuerwehr beteiligen, die Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr anlässlich einer Abnahme in Iffezheim erwerben, am Kreisjugendzeltlager in Legau am Bodensee teilnehmen und wieder einen 24-Stunden-Berufsfeuerwehrtag durchführen.
Ferner berichtete er, dass im Berichtsjahr 8 Jugendliche in die Jugendfeuerwehr eingetreten sind. 9 Jugendliche wurden in die Aktive Abteilungen übergeben und 15 Jugendliche sind wegen anderer Interessen aus der Jugendfeuerwehr wieder ausgetreten. Am 31.12.2008 betrug die Mitgliederzahl 81 Jugendliche. Er dankte den Betreuern, in 1.205 Stunden die Jugendproben, Zeltlager und Ausflüge vor- und nachbereitet haben sowie an Sitzungen und Tagungen auf Gemeinde, Stadt und Kreisebene die Interessen der jugendlichen Mitglieder vertraten.
Mirko Lipinski dankte den Verantwortlichen der Jugendfeuerwehr für ihre vorbildliche Arbeit. So erfreulich es ist, dass sich alljährlich rund 10 Jungfeuerwehrleute für den Dienst in der Feuerwehr entscheiden, dies reicht aber nicht, die Lücken zu schließen. Er appellierte an die Verantwortlichen in den Abteilungen, sich verstärkt um Quereinsteiger zu bemühen. Der Anteil der Frauen in der Feuerwehr und von Mitbürgern mit Migrationshintergrund muss, wie es der Deutsche und der Landesfeuerwehrverband fordert, erhöht werden.
Helmut Bertsch berichtete als Sprecher der Leiter der Altersabteilungen in gewohnt lockerer Form von durchgeführten Sicherheitswachen, Mitarbeit bei Veranstaltungen der Aktiven und der örtlichen Vereine sowie den eigenen regelmäßigen Treffen und geselligen Veranstaltungen. Er dankte dem Feuerwehrausschuss für die finanzielle Unterstützung und verabschiedete sich aus seinem Amt. Er hat die Aufgabe in jüngere Hände übergeben. Zum Nachfolger wurde von den Senioren Gerhard Bitzer gewählt, der künftig die Interessen der Altersabteilungen im Feuerwehrausschuss vertreten wird. Mirko Lipinski dankte dem langjährigen Sprecher der Altersmannschaft für seinen enormen Einsatz. Seine große Stärke war, dass er ein lebendiges Feuerwehrlexikon ist. Wenn es eine Frage gab, Helmut wusste es. Er übereichte ihm einen Gutschein für einen gemütlichen Abend mit seiner Partnerin in einer Rastatter Gaststätte.
Martin Maier berichtete von einer ausgeglichenen Kasse und einer befriedigenden Kassenlage der Gesamtwehr. Die Kassenprüfer Bernd Hänel und Hermann Wieber bestätigtem ihm eine übersichtliche und einwandfreie Kassenführung. Sie beantragten die Entlastung des Kassiers, die einstimmig erfolgte.
Oberbürgermeister Hans-Jürgen Pütsch, dankte als oberster Feuerwehrchef den aktiven Angehörigen, den Jugendlichen und der Altersmannschaft für ihren engagierten Einsatz. Er ist sich bewusst, dass die aufgrund des Geburtenrückgangs und der Situation am Arbeitsplatz zurückgehende Zahl an aktiven Angehörigen zumindest teilweise durch moderne Technik kompensiert werden muss. Er sicherte die Unterstützung der Stadt und des Gemeinderats für eine dem Stand der Technik entsprechende Ausstattung der Feuerwehr zu. Mit Blick auf die bevorstehenden Haushaltsberatungen warb er aber um Verständnis, wenn die eine oder andere Beschaffung für die Feuerwehr zeitlich hinausgeschoben werden muss.
Er dankte dem Landkreis und den hauptamtlichen Mitarbeitern für die problemlose Inbetriebnahme der Integrierten Leitstelle Mittelbaden, die bereits zum 01. Oktober 2008 ihren Dienst aufgenommen hat. Er dankte allen Beschäftigten der bisherigen Feuerwehrleitstelle Rastatt für deren über drei Jahrzehnte engagiertes und gutes Wirken zum Wohle unserer Menschen in der Stadt sowie dem Landkreis Rastatt.
Er gratulierte der Wehr für ihren modernen und aktuellen Interauftritt. Ein guter und aktueller Internetauftritt ist ein gutes Aushängeschild für die Wehr, es dient der Information und wird sicherlich den einen oder anderen Leser zur Mitarbeit in der Feuerwehr motivieren. Er ermunterte die Wehr den Internetauftritt weiter zu entwickeln.
Stadtrat Prof. Gunter Kaufmann und Mitglied des Landtags Baden-Württemberg, dankte persönlich und im Namen des Gemeinderats den Feuerwehrangehörigen für ihr selbstloses Engagement zum Wohle der Allgemeinheit. Er ist sich sicher, dass alle Fraktionen des Gemeinderates die Feuerwehr, die eine Einrichtung der Gemeinde ist, auch zukünftig angemessen ausstatten und ausrüsten werden. Als Mitglied des Landtages wird er sich bei den Beratungen des Feuerwehrgesetzes im Landtag für die Vorschläge des Kommandanten einsetzen.
Per Handschlag wurden von Mirko Lipinski zum Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr verpflichtet:
Andreas Dörrer (Abteilung Kernstadt 1), Angelika Sterzel, Sven Ascher, Werner Hütter, Thomas Mackowiak (Abteilung Kernstadt 2) , Dominik Herrmann ( Abteilung Niederbühl) Nico Müller, Tobias Kisentin (Abteilung Rauental) Mara Riedemann, Manuel Reis (Abteilung Ottersdorf), Maximilian Schaaf (Abteilung Wintersdorf) und Simon Huck (Abteilung Plittersdorf).
Kreisbrandmeister Manfred Tremmel überreichte im Auftrag des Innenministers Baden-Württemberg das FEUERWEHR-EHRENZEICHEN in SILBER für 25-jährige pflichttreue aktive Dienstleistung in der Freiwilligen Feuerwehr an Brandmeister Martin Geuß (Abteilung 2 Rastatt-Kernstadt) und Hauptfeuerwehrmann Heiko Sponar (Abteilung Rastatt-Niederbühl). Für 40-jährige pflichttreue aktive Dienstleistung wurden mit dem FEUERWEHR-EHRENZEICHEN in GOLD in der Freiwilligen Feuerwehr Hauptfeuerwehrmann Franz-Josef Klagmann (Abteilung 1 Rastatt-Kernstadt) und Hauptfeuerwehrmann Wilhelm Steinhardt (Abteilung Rastatt-Niederbühl) ausgezeichnet.
Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch gratulierte den Geehrten und überreichte Ihnen eine Ehrenurkunde und ein Kuvert der Stadt Rastatt.
Oberbürgermeister Hans-Jürgen Pütsch und Mirko Lipinski waren sich in ihren Ausführungen einig, dass ehrenamtliches Engagement und Motivation unbezahlbar sind, weshalb Anerkennung dieser Arbeit nicht hoch genug bewertet werden kann. Der Oberbürgermeister lud zum Abschluss der Veranstaltung zu einem kräftigen Vesper ein.